
Bildunterschrift: Auf dem Podium v.l. nach r.: Dr. Josef-Peter Mertes (Präsident der ADD Trier); Hans Jörg Duppré (Präsident des Deutschen Landkreistages, Landrat des LK Südwestpfalz); Jürgen Hurrle (Vorsitzendes des LVdM RLP); Wolfgang Schmidt-Köngernheim (Ehrenvorsitzender LVdM RLP ; Moderation); Brigitte Hayn, MdL (CDU-Landtagsfraktion); Dr. Tanja Machalet, MdL (SPD-Landtagsfraktion)
Nachdenkliche und ernste Gesichter sah man bei der politischen Podiumsdiskussion zum Abschluss der diesjährigen Arbeitstagung der öffentlichen Musikschulen in RLP in Vallendar-Schönstatt. Die Podiumsmitglieder diskutierten das Thema: „Kommunalaufsicht kontra Musikschulträger“. In seiner Eröffnung stellte der Vorsitzende des Landesverbandes Jürgen Hurrle die Frage, ob die Aufsichtsbehörde ADD die kommunalen Träger mit Sparauflagen unter Druck setze und bei nicht ausgeglichenen Haushalten sogar zu personellen Einsparungen zwinge. Dem hielt der Vorsitzende der ADD Dr. Josef Peter Mertes entgegen, dass die Kommunalaufsicht nicht an Schließungen von Musikschulen interessiert sei, sondern durch Vergleich mit anderen Einrichtungen einigen Trägern die Empfehlung ausspreche ihre Musikschule genau zu untersuchen. Dies sei eigentlich selbstverständlich, so der Landrat des Landkreises Südwestpfalz Hans Jörg Duppré, aber auch hier gelte es zu differenzieren zwischen den einzelnen Musikschulen. Städtische Musikschulen mit kurzen Wegen können anders wirtschaften, als Kreismusikschulen, die 40 und mehr Unterrichtsorte versorgen. Hier ist der Musikschulträger gezwungen seine Schule finanziell gut auszustatten, um auch Familien auf dem Land mit attraktiven Bildungsangeboten zu versorgen. Auch für die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Tanja Machalet ist die Daseinsvorsorge wichtig. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass langfristig Einsparungen alleine die desolate Finanzsituation der Kommunen nicht verbessern, sondern auch die Einnahmeseiten optimiert werden müssen. Dem stimmt auch die Landtagsabgeordnete der CDU Brigitte Hayn zu. Gleichzeitig warnt sie aber davor Musikschulen als „freiwillige Leistung“ zu behandeln. Dies sind sie mittlerweile keineswegs mehr. Durch ihre Vernetzung im Bildungssystem mit Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Partner von Bläser- und Streicherklassen sind die öffentlich geförderten Musikschulen ein ganz wesentlicher Teil des Bildungssystems. Gäbe es die öffentlichen Musikschulen nicht mehr, so falle durch die mangelnde Musikausbildung auch ein erheblicher Teil der Persönlichkeitsentwicklung weg und dem Musikleben in RLP fehle langfristig die Basis. Die musikalische Bildung und Ausbildung war auch schon Thema verschiedener Foren am ersten Tag der Arbeitstagung. Im Forum Kooperation diskutierten Vertreter des Verbandes der Musikschulen, der Schulmusik, des Landesmusikverbandes, der Chorverbände, der staatlichen Orchester und der Hochschulen mit der Staatssekretärin Vera Reiß vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur über die musikalische Zukunft im Land. Hierbei zeigte sich wieder einmal, dass die Ausbildung an den Hochschulen nicht dem Bedarf im Alltag entspricht. Daher werden in Zukunft auch weiterhin Gespräche mit allen Beteiligten stattfinden, um noch effektiver die musikalische Bildung zu gestalten.
