Landesverband der Musikschulen Rheinland-Pfalz
Flyer

Einladung zur Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Musikschule


„Kinder haben die Fähigkeit und das Recht, auf eigene Art wahrzunehmen, sich auszudrücken und ihr Können und Wissen zu erfahren und zu entwickeln. Sie wollen lernen und haben ein Recht auf ihre Themen sowie ein genussreiches Lernen. Sie haben ein großes Vergnügen zu verstehen, zu wissen und sich an Problemen zu messen, die größer sind als sie!“

Loris Malaguzzi

 

Vergleicht man Zielstellung und Inhalte der Arbeit in den Kindertagesstätten* mit denen der öffentlichen Musikschulen in Rheinland-Pfalz**, so kommt man zu dem Schluss, dass sich beide Institutionen in ihrer Aufgabenstellung in vielfältiger Weise überschneiden. Sie begleiten und unterstützen mit ihrer Arbeit unsere Kinder in deren vorschulischer Entwicklung. Dabei ist in erster Linie der musikkulturelle Bereich angesprochen.

Unweigerlich folgt, dass es für die Kinder in den Kindertagesstätten ein großer Gewinn sein kann, die bestehende Zusammenarbeit beider Institutionen auszuweiten beziehungsweise Kooperationen neu zu gestalten. Erfolgreich wird eine solche Kooperation nur dann sein, wenn einerseits die spezifischen Stärken jeder Seite zusammengeführt werden, andererseits dabei ihre jeweiligen Aufgabenbereiche klar definiert bleiben.

Gemeinsamkeiten der Bildungs- und Erziehungsziele von Kindertagesstätten und Musikschulen

  • Stärkung der Resilienz = psychische Widerstandskraft (*BEE, S. 29ff):
    Musikerziehung ist in hohem Maße geeignet, zu einer positiven Entwicklung der Kinder beizutragen, denn die Entwicklung der psychischen Widerstandskraft  kann durch Singen und Musizieren, Tanzen und Musikhören förderlich begleitet werden
  • Soziale und dingliche Umwelt (*BEE, S. 37ff): Die mit den Wahrnehmungs- und Sinneserfahrungen in engem Zusammenhang stehenden Verhaltensweisen der Kinder und didaktisch-methodische Grundsätze treffen den Kern der Erziehungs- und Bildungsziele unserer Musikschulen und bieten sich als Grundlage einer Kooperation an.
  • Sprachförderung und  Entwicklung motorischer Fähigkeiten (*BEE S. 42, 44ff) sind Kernbereiche in der vorschulischen Erziehung. Die Zielsetzungen dieser Bereiche sind integraler Bestandteil der Ziele der elementaren Musikerziehung, durch deren Arbeit die Inhalte der Kindertagesstätten sinnvoll ergänzt werden können.
  • Bedeutung von Musik (*BEE S. 48): Musik und die Möglichkeit zum musikalischen Ausdruck haben eine positive Wirkung auf die Entwicklung von Kindern (Intelligenz, Sensibilisierung von Sinnen, Sprachentwicklung etc.). Musik fördert die Fantasie und Kreativität von Kindern und bietet ihnen die Möglichkeit, sich mitzuteilen. Kinder haben ein natürliches Interesse an Geräuschen und Tönen in ihrer Umgebung.

„Kindern die Gelegenheit zur Entfaltung ihrer musikalischen Anlagen zu geben, eigene Gefühle und Erfahrungen musikalisch auszudrücken und darüber einen Zugang zur Musik zu finden“, ist gemeinsame Zielsetzung von Kindertagesstätten und Musikschulen.


* Dargestellt in den „Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz“ (hgg. vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend, Weinheim und Basel, 1. Auflage 2004).
** Dargestellt in den Struktur- und Lehrplänen der VdM-Musikschulen (Hrsg.: Gustav Bosse-Verlag, Regensburg), www.musikschulen.de

Fazit


Der Vergleich der Bildungs- und Erziehungsziele von Kindertagesstätte einerseits und Musikschule andererseits führt zu dem Ergebnis, dass

  • beide im frühkindlichen Bereich weitgehend identische Ziele verfolgen.
  • beide sowohl eine musikalische als auch eine dezidiert sprachliche, sowie ganzkörperliche Förderung der Heranwachsenden durch Singen, Sprechen, Musizieren, Tanzen mit „Kopf, Herz und Hand“ (Pestalozzi) umfassen.

Als Ergebnis der ausgeführten Überlegungen bieten die im Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz vertretenen Musikschulen den Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz eine dauerhafte Kooperation an.
Dazu bedarf es der Erstellung bzw. Weiterentwicklung einer modernen, den lerntheoretischen Erkenntnissen unserer Zeit angemessenen Didaktik und Methodik, die von Erzieherinnen und Lehrkräften der Elementaren Musikpädagogik der Musikschule gemeinsam entwickelt werden muss. Auch Finanzierungskonzepte sind zu erarbeiten, da die Teilnahme für alle Kinder nicht nur freiwillig, sondern auch kostenfrei sein muss.
Kooperation meint hier also nicht- wie bisher vielfach üblich- eine gastweise Mitwirkung von Musikschullehrkräften in Kindertagesstätten, sondern wirkliche Kooperation in  Form einer gemeinsamen Konzeption, Organisation und Durchführung der musikkulturellen Bildung im Vorschulalter. Eine Beschreibung von aktuellen Pilotprojekten sowie Finanzierungsbeispiele finden Sie unter www.lvdm-rlp.de .

Dieses Angebot ist abgestimmt mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, der Liga der freien Wohlfahrtspflege, dem Landeselternausschuss, den Kirchen und den Kommunalen Spitzenverbänden.


Beispiel einer Kooperation von allgemeinbildender Schule und Musikschule

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„Natürlich mit Musik!“ Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich feiert 50. Geburtstag

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